Rückblick: Austausch mit Betroffenen zu digitalen Anwendungen und Künstlicher Intelligenz in der psychischen Gesundheit
Am Freitag, den 7. August 2026, luden wir gemeinsam mit der PatientenUniversität Brandenburg zu einer Online-Veranstaltung ein, um mit Patientinnen und Patienten offen über digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz in der psychischen Gesundheit ins Gespräch zu kommen. An der rund 90-minütigen Veranstaltung über Microsoft Teams nahmen drei Personen mit eigener Erfahrung im Bereich psychischer Erkrankungen teil.
Nach einem kurzen einführenden Überblick über bereits bestehende digitale Angebote und ihren heutigen Einsatz stand der Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Mittelpunkt. Im Gespräch ging es unter anderem um folgende Themen:
- eigene Erfahrungen mit digitalen Anwendungen und Künstlicher Intelligenz im Bereich der psychischen Gesundheit, auch im Übergang zwischen verschiedenen Krankheitsphasen,
- was eine gute Nachsorge nach einer psychischen Krise ausmacht und ob bzw. unter welchen Bedingungen digitale Angebote Unterstützung leisten können.
- welche Aufgaben von digitalen Angeboten und künstlicher Intelligenz sinnvoll übernommen werden könnten.
- welche Ergebnisse und Wirkungen aus Sicht von Patientinnen und Patienten bei der Bewertung digitaler Angebote im Vordergrund stehen sollten.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten deutlich, dass digitalen und KI-gestützten Angeboten in der Nachsorge sowohl mit Neugier als auch mit berechtigter Skepsis begegnet wird, insbesondere im Hinblick auf eine verlässliche und gut begleitete Versorgung nach einer psychischen Krise. Es wurde klar, dass das Potenzial der KI weniger darin besteht als Ersatz für Therapeutinnen und Therapeuten zu wirken, sondern eher als Vehikel, um zu sinnvollen Aktivitäten zu motivieren. Speziell in der Nachsorge könnten digitale Angebote dabei helfen, frühzeitig zu erkennen, wenn es einer Person wieder schlechter geht, sodass ein erneuter Klinikaufenthalt verhindert werden kann.
PD Dr. med. Julian Schwarz
Immanuel Klinik Rüdersdorf / Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane
Dr. med. Julian Herpertz
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin